1/2020
BARF

Liebe Hunde- und Pferdebesitzer/innen,

warum das Thema BARF?
Zum einen hat fast jede/r Pferdebesitzer/in auch einen Hund und zum anderen habe ich ein persönliches Interesse an der artgerechten Fütterung von Hunden wie auch Pferden.

Bei dem Thema BARF oder Rohfütterung scheiden sich oft die Geister.
Das eigene Umfeld, die Medien und die Futtermittelindustrie vermitteln leider oft ein falsches Bild von der Rohfütterung, so dass Neueinsteiger verunsichert sind oder aus Angst gleich zum Industriefutter greifen oder da bleiben.
Gerne möchte ich Euch deshalb das Thema etwas näherbringen.
BARF hat verschiedene Übersetzungen:
„Bones and Raw Food“ (Knochen und rohe/s Nahrungsmittel/Futter),
„Biologically Available Raw Food“ (biologisch verfügbares rohes Futter),
„Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ oder
„Biologisch artgerechte Rohfütterung“.

In Deutschland hat sich „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ durchgesetzt.
Wie man es sich nun aber übersetzt, ist jedem selbst überlassen, denn alle Übersetzungen verfolgen ein Ziel:

Den vierbeinigen Freund so natürlich wie möglich zu ernähren, orientiert an der Ernährung des Vorfahren Wolf.
Das heißt für uns, dass Beutetier so abwechslungsreich, frisch, bestenfalls unbehandelt und vor allem so roh wie irgend möglich nachzuahmen.

Welche Bedenken werden aber immer wieder zu einer Rohfütterung geäußert?

Rohfütterung macht Hunde aggressiv.

Rohfütterung ist teuer.

Rohfütterung ist zeitaufwendig.

Rohfütterung versorgt den Hund nicht mit allen lebenswichtigen Nährstoffen.

Knochenfütterung ist lebensgefährlich.

Roh gefütterte Hunde haben Salmonellen.

Roh gefütterte Hund haben mehr Parasiten.

Rohfütterer sind verantwortungslos.

Und, und, und…….

Und in Wahrheit?

Das Hunde von der Rohfütterung aggressiver werden oder gar wildern ist nicht belegt.

Früher sollten Arbeitshunde durch rohes Fleisch aggressiver gemacht werden.

Es gibt jedoch keinerlei Nachweise dafür, dass das auch so war.

Auch in Industriefutter ist Fleisch enthalten, wenn auch in sehr geringen Mengen.

Somit müsste jeder Hund, ob roh oder mit Industriefutter gefüttert, aggressiv sein oder wildern.

Des Weiteren ist zu erwähnen, dass ein Hund nicht weiß, welches Tier er da eben zu sich genommen hat.

Folglich kann er auch nicht herleiten, dass er jetzt Rind oder Lamm jagen muss, weil er es eben im Napf hatte.

Zu guter Letzt sei zu diesem Vorurteil gesagt, dass sich das Verhalten vormals aggressiver Hund, durch artgerechte Fütterung sogar positiv verändern kann .

Rohfütterung ist teuer.

Dieses Vorurteil ist weit verbreitet. Ein Großteil der Hundebesitzer die ich berate sowie ich persönlich, haben jahrelang Industriefutter gekauft und liege/n seit der Umstellung auf BARF deutlich unter ihrem/meinem früheren Budget.

Es kommt natürlich auch darauf an, wie viel Zeit Ihr in die Zubereitung stecken wollt.

Denn Fertig-BARF, in welchem bereits Obst, Gemüse und Kräuter sowie teilweise auch Öle enthalten sind, werden immer teurer sein als selbst zubereitete Portionen.

Ebenfalls spielt die Fleischart eine Rolle, denn Rind wird immer günstiger sein als Rentier, Känguru, Elch, Lama und Wild.

Unsere täglichen Kosten betragen für einen 8 kg schweren Hund derzeit 1,60 € und für einen 30 kg schweren Hund 2,15 €.

Rohfütterung ist zeitaufwendig.
Keine Frage, natürlich ist es einfacher und geht schneller, wenn man seinem Hund nur einen Messbecher voll Trockenfutter oder eine Büchse Nassfutter geben muss.
Es geht auch einfacher und schneller sich eine Fertigpizza in den Ofen zu schieben, als sie sich aus frischen Zutaten selbst herzustellen.
Also ja, anfangs wird man tatsächlich etwas mehr Zeit investieren müssen.
Man muss zum einen geeignete Bezugsquellen finden, zum anderen werden die ersten Zubereitungen mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Jedoch wird man innerhalb kürzester Zeit geübter werden und die Zubereitung der BARF-Mahlzeiten deutlich weniger Zeit in Anspruch nehmen.

Roh ernährte Hunde erleiden über kurz oder lang einen Nährstoffmangel.
Dies will uns nicht nur die Fertigfutterindustrie, sondern auch ein Großteil der Tierärzte weiß machen.
Es ist ein Irrglaube, dass jede Mahlzeit zu 100 % ausgewogen sein muss.
Dies erreicht Ihr durch eine abwechslungsreiche Zusammenstellung der Mahlzeiten über Wochen.
Und mal ganz ehrlich und Hand aufs Herz, rechnet Ihr tagtäglich Eure Mahlzeiten oder die Eurer Kinder auf den Gramm genau aus?


Die Verfütterung von Knochen wird dann gefährlich, wenn die Knochen erhitzt werden und sich so die Struktur des Knochens verändert.
Ebenfalls sollten keine Knochen alter Schlachttiere verwendet werden.
Sie sind/werden hart, bilden scharfe Kanten und splittern.
Zu beachten ist deshalb, dass immer nur fleischige Knochen, also Knochen mit einem hohen Fleischanteil verfüttert werden und der Hund zu der Knochenfütterung nicht unbeaufsichtigt ist.
Besondere Vorsicht solltet Ihr auch bei der Fütterung von Mark- und Röhrenknochen walten lassen. Solltet Ihr ganz auf Knochen verzichten wollen, muss der Kalziumbedarf über andere Produkte gedeckt werden.
Möglich wäre aber noch, die fleischigen Knochen in gewolfter Form anzubieten.

Ein gesunder Hund erkrankt selten an Salmonellen und hat auch nicht mehr Parasiten als ein industriegefütterter Hund.
Die Magensäure ist gegenüber die des Menschen sehr viel aggressiver und beinhaltet einen 10-fach höheren Anteil an Salzsäure. Der Säuregehalt wirkt zudem antibakteriell und antiviral, so dass fast jeder Parasit oder Mikroorganismus unschädlich gemacht wird.
Ebenfalls haben Bakterien, Viren und Endoparasiten auf Grund des kurzen Verdauungstraktes des Hundes kaum eine Chance sich einzunisten.

Zu guter Letzt seid Ihr keine verantwortungslosen Hundebesitzer.
Ganz im Gegenteil.
Durch die Rohfütterung ernährt Ihr Euren Hund so, wie es die Natur vorgesehen hat.
Denn der Hund ist und bleibt ein beutefressender Fleischfresser, so wie sein Vorfahr der Wolf.

Was sind denn dann jetzt die Vorteile?

Für Euch als Hundebesitzer bedeutet eine Ernährung Eures Hundes nach der Methode BARF vor allem:

Ihr habt die Kontrolle über die Zusammensetzung und Qualität des Futters Eures Hundes.
Ihr verzichtet auf Geschmacksverstärker, Farb- und Konservierungsstoffen sowie auf andere ungewollte Zusätze.
Ihr ernährt Euren Hund nach seinen Bedürfnissen als Fleischfresser mit dem typischen Fress- und Beuteverhalten artgerecht und gesund.
Für Euren Hund bedeutet die Fütterung nach der Methode BARF vor allem:

Ein gesundes und glänzendes Fell.
Gepflegte Zähne.
Geringer bis kein Maulgeruch.
Ein verminderter Eigengeruch.
Keine unliebsamen Füllstoffe, weniger Ballaststoffe und somit eine optimale Futterverwertung und ein geringerer Kotabsatz.
Ein vitales, ausgeglichenes und aktives Wesen.
Ein starkes Immunsystem.
Starke Sehnen, Bänder, Muskeln und Gelenke.
Spannung und Freude am Napf.
Die Verringerung einer Magendrehung.
Zivilisationskrankheiten wie Allergien, Diabetes, Krebs, Nieren- und Lebererkrankungen sowie Übergewicht werden minimiert oder treten nicht auf.

Nun liegt es an Euch. ;)
Sprecht mich gerne an!

 

Meine Qualifikationen in Sachen Tierernährung?

Futtermittelberaterin für Pferde
Beraterin für Pferdefütterungsmanagement

Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen mit dem Schwerpunkt BARF
Mykotherapeutin für Tiere

Fachberaterin "Wildkräuter in der Tierernährung - Hund und Pferd

Zertifizierte Pferdefütterungsmanagerin (HfWU)