Küchenutensilien, Hygiene, Lagerung und Verarbeitung, Zubehör

Liebe Hunde- und Pferdebesitzer/innen,

warum das Thema BARF?
Zum einen hat fast jede/r Pferdebesitzer/in auch einen Hund und zum anderen habe ich ein persönliches Interesse an der artgerechten Fütterung von Hunden wie auch Pferden.
Also geht es weiter mit Teil III.

 

Küchenutensilien, Hygiene, Lagerung und Verarbeitung,

 

Zubehör

  • Küchenwaage - zum Auswiegen der Portionen
  • Mixer oder Pürierstab, Küchenreibe - zum Zerkleinern von z.B. Obst und Gemüse
  • Messer, scharf - zum Zerteilen von Fleisch, Obst und Gemüse
  • Hackbeil oder Geflügelschere - zum Zerteilen von z.B. weichen Knochen, Knorpeln und Flügeln
  • Kunststoffdosen - zur Portionierung und Bevorratung mit Futter für eine längere Zeit - Plastetüten sind ungeeignet, da sich an diesen beim Auftauen vermehrt    ungewünschte Bakterien absetzen (gerade in der Umstellungszeit kann dies zu    Problemen im Magen-Darm-Trakt führen)
  • Brett - sollten zur besseren Reinigung aus Kunststoff oder Glas sein - denn in den Ritzen von Holzbrettern sammeln sich gerne Bakterien
  • Gefriermöglichkeiten, evtl. eigener Tiefkühler für den Hund - zur Portionierung und Bevorratung mit Futter für eine längere Zeit - es muss nicht täglich frisch zubereitet werden und spart Zeit
  • evtl. Fleischwolf - zum Zerkleinern von Knorpeln und Fleisch z.B. bei Zahnproblemen oder in der    Anfangsphase, wenn der Hund das Futter nur zögerlich aufnimmt
  • Fein- oder Löffelwaage - einige Zusätze müssen in nur sehr geringen Mengen verfüttert werden

Einkauf

  • mittlerweile ist der Bezug von Fleisch, Innereien, Pansen und Co. kein Problem mehr, denn BARF erfreut sich immer größerer Beliebtheit
  • folgende Bezugsquellen sind möglich:
  • im Internet findet man etliche Bezugsquellen mit einem großen Angebot
  • große Auswahl an verschiedensten Fleischsorten, -teilen und Komplettmenüs
  • große Auswahl an Kauartikeln und Nahrungsergänzungsmitteln
  • Bestellung jederzeit möglich

/ Recherche zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis

/ man muss zum Lieferzeitpunkt zu Hause sein

/ evtl. Qualitätsverlust bei Abstellgenehmigung

/ meist kein direkter Ansprechpartner

  • Barf-Shop
  • Vor-Ort
  • große Auswahl an verschiedensten Fleischsorten, -teilen und Komplettmenüs
  • große Auswahl an Kauartikeln und Nahrungsergänzungsmitteln
  • individuelle Beratung

/ nur festgelegte Portionsgrößen

  • der Zoofachhandel rüstet auch langsam auf
  • lohnenswert ist das Nachfragen bei einem Metzger
  • unter Umständen günstiges Stichfleisch oder Fleischabschnitte die nicht mehr für die Wurst geeignet sind
  • Innereien, die aus hygienischen Gründen am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden dürfen

/ meist höhere Preise

/ Fleisch muss meist selbst zerkleinert werden

  • in der Lammschlachterei bekommt man Schlund und grünen Pansen
  • im Fischgeschäft kann man nach Abschnitten wie Kopf und Flossen fragen
  • beim Jäger oder Förster kann man vielleicht Wild und die Innereien ergattern
  • beim Bauern oder auf dem Wochenmarkt kann man ebenfalls schauen
  • Supermarkt
  • Fleisch entspricht nur den optischen und geschmacklichen Vorlieben des Menschen
  • meist ist nur Muskelfleisch, nicht aber Innereien erhältlich
  • praktisch, da der Wocheneinkauf eh erledigt werden muss
  • lange Öffnungszeiten
  • gegen Verkaufsende bekommt man Waren oft umsonst oder zu einem reduzierten Preis

/ hohe Preise

/ Fleisch muss selbst zerkleinert werden

/ Auswahl an verschiedenen Fleischteilen gering

/ Obst und Gemüse nicht überreif erhältlich

 

Hygiene

  • der Umgang mit rohen Lebensmitteln verpflichtet zu einer hygienischen und sauberen Küche
  • gerade im Sommer lockt das Fleisch zahlreiche Fliegen an
  • nach dem Zubereiten der Mahlzeiten, stets die Küchenutensilien sowie die Hände mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen
  • besondere Desinfektionsmittel sind nicht erforderlich
  • wenn die Sachen spülmaschinengeeignet sind, können sie dort gereinigt werden
  • tiefgekühltes Fleisch sollte an einem kühlen Ort ohne Verpackung/Deckel auftauen

 

Salmonellen und Co.

  • ohne die Mitarbeit von Bakterien kann ein gesunder Darm nicht funktionieren
  • Bakterien werden ständig über den Kot ausgeschieden, weshalb sich die Darmflora immer neu regenerieren muss
  • die nützlichen Helfer benötigen dazu optimale Vermehrungsbedingungen oder sie müssen von außen zugeführt werden
  • verschiedene Milchsäurebakterien beeinflussen die Darmschleimhaut zu Gunsten der nützlichen Bakterien, verdrängen Krankheitserreger, hemmen Gärung und Fäulnis, stabilisieren den richtigen Säuregrad und produzieren B-Vitamine
  • gebildete Schutzeiweiße verdichten die Darm-Blut-Schranke gegenüber Allergenen und Krankheitserregern
  • Lactobacillus lacti und Enterococcus faecium fördern z.B. die Futterverwertung
  • Lactobacillus plantarum hilft bei der Verdauung pflanzlicher Fasern
  • ein gebarfter Hund nimmt mit rohem Fleisch, Knochen, Fisch und Ei mehr Erreger und Parasiten auf als bei hitzebehandeltem Futter
  • ein gesunder Organismus kommt damit aber gut zurecht
  • Substanzen im Speichel schwächen bereits Staphylokokken und Streptokokken, die bakterielle Hautkrankheiten auslösen können, sowie Colibakterien und bestimmte Viren ab
  • durch die regelmäßige Fleisch- und moderate Knochenfütterung ist der Salzsäuregehalt in den Magensäften so konzentriert, dass Eiweiß viel besser zerlegt werden kann als beim Menschen
  • Bakterieneiweiße werden meist vollständig und zügig abgebaut
  • durch den kurzen Darmtrakt, ist der Aufenthalt der Nahrung kurz und so die Möglichkeit verringert, dass sich Keime in der Darmpassage einnisten
  • ein Mehr an Band-, Spulwürmern und anderen Schmarotzern im Darm gebarfter Hunde ist nicht nachgewiesen, obwohl eine höhere Erregerzahl anzunehmen ist

Toxoplasmose

  • Erkrankung wird ausgelöst, durch den Einzeller Toxoplasma gondii
  • Ansteckungsquellen beim Menschen sind ungenügend erhitzte Fleischgerichte und Rohwurst
  • der Körper bildet nach der meist unbemerkten Infektion als Reaktion Antikörper, die ihn für den Rest seines Lebens vor einer neuen Infektion schützen
  • Hunde scheiden im Gegensatz zu Katzen keine Toxoplasmen aus und sind somit keine Überträger dieser Krankheit
  • Katzen scheiden entwicklungsfähige Abkömmlinge des Erregers aus
  • bei Schwangeren kann dies zu Fehlgeburten und Missbildungen des Ungeborenen führen
  • Toxoplasmen sterben bei -18 °C innerhalb einer Woche ab
  • Schwangere sollten Handschuhe tragen oder das Futter von einer anderen Person zubereiten lassen

Salmonellen

  • die Bakterien überleben unter geeigneten Bedingungen bis zu mehrere Monate und können sich auch vermehren
  • Infektionsquellen sind rohes Fleisch (Geflügel), Tierkot, selten infiziertes Wasser
  • Menschen können sich über verschüttete Auftauflüssigkeit oder Hundespeichel anstecken
  • anfällig sind gestresste, junge, alte und immungeschwächte Tiere und Menschen
  • der Hund kommt mit einer Anzahl gut klar, wohingegen Menschen Durchfall bekommen selten steckt sich der Mensch über den Hund an
  • Salmonellen bleiben selbst bei -25°C jahrelang lebensfähig, erst in der hochkonzentrierten Magensäure des Hundes sterben sie ab
  • Fleisch bei niedrigen Temperaturen im Kühlschrank auftauen, um Keimbelastung so gering wie möglich zu halten und schnell verfüttern bzw. wieder einfrieren

Bandwürmer

  • Bandwürmer sterben bei -18 °C innerhalb einer Woche ab
  • Bandwurmeier bleiben selbst bei -25°C jahrelang lebensfähig, erst in der hochkonzentrierten Magensäure des Hundes sterben sie ab

Rickettsien

  • roher Fisch wie Lachs, Forelle, Renken und Äschen sind häufig mit Bakterien der Gattung Rickettsien infiziert
  • der Fisch sollte bei – 20 °C für mindestens 7 Tage tiefgefroren oder bei – 35 ° C für mindestens 24 Stunden eingefroren werden
  • alternativ den Fisch vor dem Verfüttern gut Abkochen

Aujeszky-Virus

  • durch das Verfüttern von rohem (Wild)Schweinefleisch
  • Infektiöse Bulbärparalyse, Pseudowut oder Pseudorabies
  • für den Menschen ungefährlich, für den Hund jedoch eine hoch akut verlaufende fieberhafte, infektiöse und immer tödlich endende Viruserkrankung, da es keine Behandlungsmöglichkeiten gibt
  • anzeigepflichtige Tierseuche
  • Hunde infizieren sich hauptsächlich über die Maul- und Nasenschleimhaut
  • Hauptinfektionsquellen sind der direkte Kontakt zu infizierten Schweinen und die Verfütterung von rohem, ungekochtem Schweinefleisch
  • bei kommerziell erhältlichen Futtermitteln (TroFu und Dose) oder sehr gut durcherhitztem Schweinefleisch soll keine Gefahr bestehen
  • Jagdhunde sollten keinen direkten Kontakt zu erlegten Wildschweinen haben und keinen Aufbruch (Innereien) gefüttert bekommen

Lagerung

  • ob frisch oder tiefgefroren, die Größe der Verpackung wird meist nicht der täglichen Futterration entsprechen
  • kleinere Mengen können problemlos bis zu zwei Tage im Kühlschrank gelagert und am nächsten Tag verfüttert werden
  • große Mengen sollten portioniert und eingefroren werden
  • siehe dazu > Verarbeitung

Verarbeitung

  • eine hohe Fleischqualität erkennt man daran, dass bei Auftauen wenig blutiger Saft austritt, die Stücke fest sind und die Farbe ansprechend ist
  • tiefgefrorenes Futter sollte auf Grund der vermehrten Bakterienbildung nur bei leicht geöffneter Verpackung und niedrigen Temperaturen (Kühlschrank) aufgetaut werden
  • im Fleisch, welches unter Luftabschluss aufgetaut wird, vermehren sich anaerobe Bakterien wie Clostridium botulinum, die Botulinustoxine ausscheiden, die bei Mensch und Tier schwere Vergiftungen auslösen
  • riecht Fleisch nach faulen Eiern und ist die Verpackung aufgebläht, ist dies ein Zeichen für Botulinus-Bakterien > Fleisch wegschmeißen
  • das Fleisch sollte nicht im Auftauwasser liegen, da dieses ein idealen Nährboden für Mikroorganismen darstellt
  • ein trüber Fleischsaft zeigt eine hohe Belastung mit Mikroorganismen
  • dieser Fleischsaft sollte niemals mit den Lebensmitteln oder Küchenutensilien für Menschen in Berührung kommen
  • ein trüber und unangenehm riechender Fleischsaft ist sehr hoch mit Keimen belastet > unbedingt entsorgen 

Meine Qualifikationen in Sachen Tierernährung?

Futtermittelberaterin für Pferde
Beraterin für Pferdefütterungsmanagement

Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen mit dem Schwerpunkt BARF
Mykotherapeutin für Tiere

Fachberaterin "Wildkräuter in der Tierernährung - Hund und Pferd

Zertifizierte Pferdefütterungsmanagerin (HfWU)